Workshop für einen Ort der Menschenrechte in Hersbruck

Zwanzig Schülerinnen und Schüler aus allen vier weiterführenden Schulen der Stadt Hersbruck, darunter auch zwei von der JSR, trafen sich am 16. Januar in der Grete-Schickedanz-Schule zu einem besonderen Workshop. Unter Anleitung des bekannten Bildhauers und Künstlers Uli Olpp entwickelten sie Ideen, wie ein Ort der Menschenrechte in Hersbruck aussehen könnte, und bauten Modelle als Anschauungshilfe.

Die 30 Menschenrechte in Kurzform waren auf einem Plakat ständig präsent. Sie wurden vor 70 Jahren von den allermeisten Staaten der Erde in der UN-Deklaration der Menschenrechte anerkannt und zur Grundlage ihres Handelns erklärt. Man kann sie auch als Antwortversuch auf die staatlich organisierten Verbrechen der Nazi-Zeit verstehen, womit die Völkergemeinschaft verbindlich erklärt, dass sie für alle Zukunft die Würde der Menschen zum obersten Ziel allen staatlichen Handelns machen wollen.

Welch eine paradiesische Vorstellung! Zwei Zeitzeugen waren ebenfalls dabei, Peter Lehmann und Rudi Höllenreiner, Nachkommen der Sinti Familien, die 1943 am 8. März, aus ihren Wohnungen gerissen, in Viehwagons nach Auschwitz deportiert und dort gefoltert und ermordet wurden.

Niemand darf willkürlich verhaftet werden (Art.9), niemand darf diskriminiert werden (Art.2), alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich (Art. 7), eine ganze Reihe von Menschenrechten stehen der Entwürdigung, Deportation und Vernichtung entgegen, wovon die Zeitzeugen berichteten. Die Folgen begleiten ihre Familien bis heute. Deswegen soll nahe dem geplanten Ort der Menschenrechte am Westeingang des Rosengartens ein Sinti-Gedenkzeichen errichtet werden, das bleibend an die Deportation der Sinti Familien aus Hersbruck erinnert, berichtete Thomas Wrensch vom Verein Dokumentationsstätte KZ Hersbruck. Dieses Projekt wird aus dem Bildungsfonds des Landkreises Nürnberger Land kofinanziert. (Thomas Wrensch)

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